„Ja, dürfen’s denn des?“

23. Juli 2018

Diese Kaiser Ferdinand zugeschriebene Frage, angesichts revolutionärer Turbulenzen im Jahr 1848 in der damaligen k.u.k. Monarchie, kann man in Bezug auf das Foto – angesichts behördlicher Auflagen – wohl mit einem klaren NEIN beantworten!
Es geht um die eben fertiggestellte „Begegnungszone“ im 8. Wiener Gemeindebezirk in einem Teil der Lange Gasse.

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Auf dem Foto:
Meine Frau, Katharina Pohlheim (TATI), Ex-Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian und der Hund Toto…

Die Behörde schreibt im Falle des hier 2,05m breiten (schmalen!?) Gehsteiges, eigentlich bloß „Gehfläche“, ein Freihalten von 1,60m vor… auf den restlichen 0,45m kann dann an der Hausmauer ein „Element“ = Blumengschirrl etc. aufgestellt werden…

Egal mit wem ich darüber spreche, es taucht immer wieder die Frage auf, warum dieses „entspannte Sitzen“ in einer „Begegnungszone“ nicht möglich sein soll!?
Ich weiß darauf auch keine Antwort…

PS: Ich habe das „Zonieren“ in “Gehfläche“/„Fahrfläche“ bei geringem Baulinienabstand (11,00m) in der „Fachkommission Verkehr“ abgelehnt…

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Lebensgefährlich…

16. Juli 2018

Fußgeher und Radler leben ähnlich gefährlich in einer „Automobilen  Welt“…
Ob die „autonomen Autos“ da eine Änderung bringen werden?
Und warum wird in den Foren der verschiedenen Medien gar so auf die Radler losgegangen, als ob die die größte Gefahr für die Fußgeher wären?

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PS:
Von den „schweren Unfällen“ begehen 4,5% der Lenker Fahrerflucht – das sind über 20.000 Fälle…

 

Begegnungszone in Döbling

28. Juni 2018

In Wien „droht“ schon wieder eine „Begegnungszone“, diesmal in 19., Probusgasse.

Nur, diese idyllische Gasse ist so schmal, dass die Planenden gar keine Trennung von Gehbereich und Fahrbereich vornehmen können, wie in Wien sonst leider üblich – ich hoffe, dass dieser Umstand einigen der Verantwortlichen nicht schlaflose Nächte bereitet!?

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19., Probusgasse vom Pfarrplatz aus in Richtung Armbrustergasse

Dem Projekt wird die Erneuerung der Wasserrohre vorausgehen – es muss also wieder einmal alles „aufgerissen“ werden. Unter Erhalt der „Mini-Gehsteige“ wird dann auf Null-Niveau asphaltiert, die Mehrzahl der Stellplätze fällt weg!
Vor dem „Beethoven-Haus“, etwa in der Mitte der Gasse, wird gepflastert, um so eine Art Aufenthaltsbereich zu suggerieren…

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19., Probusgasse, Beethovenhaus

Ärgerlich ist, dass man nicht von vornherein „Radfahren gegen die Einbahn“ vorgesehen hat, wodurch nun ein „Antichambrieren“ bei Bezirksvorsteher Tiller notwendig sein wird, um das amtliche NEIN auszuhebeln, da man sich auf Grund einer Engstelle – Fahrbahn mit 2,85m – kein „Radfahren gegen die Einbahn“ vorstellen kann!
Dass – gleichsam seit der „Keltenzeit“ – dort die Fußgeher auf der Fahrbahn gehen, weil sie ja kaum Gehsteige vorfinden und sich mit entgegenkommenden Autos arrangieren müssen, hat bisher kaum wen tangiert… Vom Grad der Alkoholisierung (schwankender Gang) gar nicht zu reden.
Hauptsache, man ist gegen das „Radfahren gegen die Einbahn“, Fußgeher, auch Blinde und Sehschwache, müssen sich aber sehr wohl auf der engen Fahrbahn „gegen die Einbahn“ bewegen, wenn sie vom Pfarrplatz kommen…

Der grünen Betreiberin dieses Projektes (mit ausdrücklicher Unterstützung von Bezirksvorsteher Tiller!) habe ich empfohlen, die „Bezo“ auszudehnen und mit dem durch zu viel an „abgestelltem Blech“ entstellten idyllischen Pfarrplatz eine Erweiterung der Zone zu erreichen…
Allerdings aussichtslos…

Wie würde das denn aussehen, wenn auf diesem Platz keine Autos mehr stehen?
Viele würden dem „Horror vacui“ verfallen…

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19., Pfarrplatz

Die Lage im Stadtplan Wien:

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Die alte Dorfstruktur mit den „Streckhöfen/Hakenhöfen“ ist gut sichtbar…

Gehsteigverstellung

11. März 2018

Seit einem Jahr gibt es eine Änderung in der StVO (Straßenverkehrsordnung), mit der die Möglichkeit geschaffen wurde, temporäre Halteverbotstafeln auf die Fahrbahn zu stellen…

In § 48 Abs. 5 der StVO, Straßenverkehrsordnung, heißt es:
„Eine nicht mit dem festen Untergrund verbundene Anbringungsvorrichtung darf auch auf der Fahrbahn angebracht werden, wenn die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des fließenden Verkehrs nicht gefährdet wird.“

Baufirmen stellen die Tafeln leider weiterhin auf den Gehsteigen auf, seien diese noch so schmal:
8., Tulpengasse

8.TulpengasseFoto

Ein zuständiger Polier redete sich auf die „Behörde“ MA 46 aus, die Gehsteigkante sei als Aufstellungsort vorgeschrieben. Von Seiten der MA 46 bestreitet man dies; jetzt soll es einen Folder der „Mobilitätsagentur“ geben…
Ob dadurch eine Verbesserung des Zustandes erreicht werden kann, sei einmal dahingestellt!

PS:
Unbekannte stellen bisweilen die Tafeln vom Gehsteig auf die Fahrbahn, sich behindert fühlende Autolenker stellen diese wieder auf den Gehsteig hinauf – so wie vermutlich hier!
Ich frage mich, warum man diese „Kann“-Bestimmung überhaupt in die StVO genommen hat, wenn sich eh niemand darum kümmert!?

Beim Flanieren entdeckt!?

1. Oktober 2017

Ein Leser schickt mit das:
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PS: Hoffentlich kann man das noch gut lesen…

Gehsteige verstellen

4. September 2017

Nicht nur die überall auf öffentlichem Grund abgestellten Autos machen den Fußgeherinnen und Fußgehern das Leben schwer… Auch die Behörde tut ein Übriges, die oft sehr schmalen Gehsteige im Innenstadtbereich zu verengen.

Provisorische Halte- und Parkverbotstafeln werden mehr oder minder ignorant weiter auf Gehsteigen platziert, obwohl es seit Beginn dieses Jahres eine StVO-Änderung gibt.

RichtigFalsch.pngFotos: Kremser/Ho

In § 48 Abs. 5 der StVO, Straßenverkehrsordnung, heißt es nun:
„Eine nicht mit dem festen Untergrund verbundene Anbringungsvorrichtung darf auch auf der Fahrbahn angebracht werden, wenn die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des fließenden Verkehrs nicht gefährdet wird.“

Das ist eine Kann-Bestimmung, leider keine Muss-Bestimmung!

Wenn man die obige (neue) Textierung genauer liest, wird darin nach wie vor eine (alte) eindeutige Bevorzugung des Fahrzeugverkehrs sichtbar: Die „Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des fließenden Verkehrs“ bezieht sich mit ihrer Wahlmöglichkeit nicht auf den Fußgeherverkehr!

In Wien soll es im Herbst eine diesbezügliche Nachschulung der Polizei geben (Info der Mobilitäts-Agentur), da die Polizei letztlich verantwortlich ist, dass sich – auf der untersten Ebene – die Antragsteller für ein temporäres Halteverbot auch an das Gesetz halten.
Dem sich behindert fühlenden Fußgeher eine Anzeige bei der Polizei zuzumuten, ist wohl eher eine Schildbürgerei…

 

Lausbubenstreich… oder???

3. September 2017

Sicher haben sie sich schon einmal gegiftet, wenn eine unaufmerksame Autolenkerin oder -lenker sein geliebtes Blech so hinstellt, dass sie als FußgeherIn am Eck gar nicht mehr direkt über die Fahrbahn kommen!

Jetzt hat mir eine Leserin meines Blogs folgenden Tipp gegeben, der vor allem notorische FalschparkerInnen treffen soll:

Ich nenne das „Schepper-Schreck“…

IMG_0386.JPGFoto: Unart

Fast selbsterklärend: Nachdem man in diese leere Dose (früher Katzenfutter, Chilli con Carne, Indianerbohnen etc.) am Boden ein Loch gebohrt hat, einfach in eine Schnur mehrere Knöpfe machen und das andere Ende von innen durch das gebohrte Loch in die Dose einfädeln.

Das andere Ende wird dann an das falsch geparkte Auto gehängt, man muss halt schauen wie – weil Stoßstangen wie früher beim VW-Käfer werden ja (aus Fußgeherschutzgründen) immer seltener.
Gut gehen dafür die Abschleppösen oder eine Anhängerkupplung – so vorhanden.

Jetzt nehmen wir den Fall an, der Autobesitzer fährt weg, so hört er etwas später schon das Scheppern der Blechdose und vermeint, er hätte jetzt den Auspuff etc. verloren.
Wenn er jetzt stehen bleibt, um nach dem Übel zu sehen, wird er die Blechdose entdecken…
Ganz Schlaue könnten darin auch einen Zettel verstecken, auf dem der Grund steht, warum das Zeugs ans Auto gehängt wurde!

Meine Leserin meint auch, ganz Mutige könnten ihre Telefonnummer auf dem Zettel hinterlassen…
Ich würde davon abraten, man weiß ja nie…

PS: Natürlich kann diese Maßnahme auch von RadlerInnen wahrgenommen werden; es kommt ja immer wieder vor, dass Radwege oder Radstreifen mit einem Parkplatz verwechselt werden.

Der Autofahrer

7. Oktober 2016

Wer kennt sie nicht, die eingefleischten Autofahrer, in deren Augen, namhaft Fußgeher-Lobbyisten an der „pedestrian disease“ leiden und – ähnlich den „apokalyptischen Radfahrern“ – dem Autoverkehr das alleinige Recht auf die Straße nehmen wollen?

GerhardPolt.pngGerhard Polt

Nach einer deutschen Untersuchung sind das – allerdings auf den Radverkehr ausgerichtet – ganze 16% Auto-benutzender Menschen, die auf keinen Fall dafür zu gewinnen wären, in der Stadt für die kurzen Wege das Fahrrad zu nehmen.

Dabei müssen, wohl oder übel, diese 16% autoorientierten zu Fuß zu ihren geliebten Vehikeln kommen, was leider zu oft vergessen wird!
Eine treffende Analyse zu diesen Problemen liefert Gerhard Polt:
https://www.youtube.com/watch?v=o3VXOySDByU

PS: Vielleicht könnte das weihnachtliche Geschenk seiner Frau – Wanderschuhe – den inneren Konflikt, bzw. die Distanz zum Gehen, die verkrampfte Situation etwas auflockern…

Das Leben noch schwerer machen…

1. April 2016

Als ob es nicht genüge, die langen Wege im Bereich der U-Bahnstationen. Für jene, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind, ein Ärgernis, für die Technokraten unter den Verkehrsplanern im Magistrat eine Selbstverständlichkeit, leider!?

Auch das noch: Jetzt führen die „Wiener Linien“ im Bereich ihrer Rolltreppen – manche davon stehen oft ziemlich lange still, im Rahmen von Servicearbeiten – eine Sturzhelmpflicht ein!

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Abb.: Wiener Linien, bearb.

Hier die Presseaussendung der Wiener Linien vom 1. April 2016:

Helmpflicht auf Wiener-Linien-Rolltreppen ab sofort in Kraft
Maßnahmenpaket mit Radarkontrollen und Nachschulung nach Mehrfachverstößen

Wien (OTS) – Um die Benutzung der Rolltreppen noch sicherer zu gestalten, haben die Wiener Linien ein Sicherheitspaket geschnürt, das ab sofort in Kraft tritt. Verpflichtend ist nun das Tragen eines Helmes. Auch gegen Temposünder auf der Rolltreppe gehen die Wiener Linien rigoros vor. Alle Regelverstöße werden in einem eigenen Punktesystem registriert. Wer mehrfach erwischt wird, muss zur Nachschulung. Die Wiener Linien reagieren damit auch auf zahlreiche investigative Medienberichte, die das rasende Tempo aufgedeckt haben, mit dem die Rolltreppen seit Jahrzehnten unterwegs sind.

Rund 1,5 Millionen Fahrgäste sind tagtäglich mit der U-Bahn unterwegs und der Großteil davon benützt auch die Rolltreppen, um schnell an die Oberfläche zu gelangen. Durch die Einführung der Helmpflicht auf den Rolltreppen wird die Öffi-Nutzung noch sicherer. Zudem werden nun punktuell Radarkontrollen durchgeführt. Wiener-Linien-MitarbeiterInnen werden mit mobilen Laserpistolen ausgerüstet stichprobenartig die Einhaltung des Tempolimits überwachen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die links überholenden Personen gelegt. Die höchstzulässige Geschwindigkeit liegt bei 2,7 km/h, die Rolltreppen selbst sind mit 2,34 km/h unterwegs.

Zur Erfassung der Regelverstöße wurde ein spezielles Punktesystem eingeführt. Wer ohne Helm auf einer Rolltreppe der Wiener Linien erwischt wird oder zu schnell auf der Rolltreppe unterwegs ist, muss mit der Eintragung von Punkten rechnen. Jeder Verstoß wird mit einem Punkt geahndet. Ab drei Punkten müssen die Rolltreppensünder zur Nachschulung beim Verkehrspsychologischen Dienst der Wiener Linien. In einem achtstündigen Workshop soll dann mit speziell ausgebildeten Rolltreppen-Verhaltensexperten die richtige Benutzung geübt werden.

Zusätzlich wird die Einführung einer Gurtpflicht überlegt. Diese kann aber frühestens mit 1. April 2017 in Kraft treten.

Rückfragehinweis:
Wiener Linien GmbH & Co KG
Kommunikation
(01) 7909-14203
presse@wienerlinien.at
www.wienerlinien.at

Anmerkung:
Auf die obige Aktivität aufmerksam gemacht wurde ich von einem engagierten Vertreter des Systems der Straßenbahnen an der Oberfläche, der demnächst mit einer Webseite „Ich bin doch kein Maulwurf“ (Arbeitstitel) an die Öffentlichkeit treten wird!

Bei Rot gehen…

8. März 2016

RotgeherH2.3.16
Aus „Heute“, 2. März 2016

Angeblich nimmt die Zahl derjenigen Menschen, die, als Fußgeher, bei Rot Fahrbahnen überqueren, zu…

Da ich auch fallweise zu den Rotgehern gehöre, gebe ich zu bedenken, entgegen der allgemeinen Keppelei, dass diese Personen nicht Selbstmordkandidaten wären.
Und möchte daran erinnern, dass selbst „Verkehrsfachleute“ gelegentlich das Rotlicht mißachten:
Ein renommierter „Verkehrsprofessor“: „… ich lasse mich nicht von Automaten beherrschen!“

Wer bei Rot über eine Kreuzung geht, vergewissert sich vorerst, ob nicht ein Auto daherkommt… wer das nicht tut, riskiert tatsächlich sein Leben, oder zumindest eine schwere Verletzung angesichts möglicher „Fußgeher-Wurfweiten“!

Es gibt aber, damit zusammenhängend, ein weit größeres Problem – die hohe Geschwindigkeit der Autos, die gefahren wird!!
Die Kritik dazu kommt nicht allein von „alternativen Autofressern“!
„Es wird viel zu schnell gefahren“, hört man…
„Das Grün-blinken (als den Autoverkehr beschleunigender Effekt) gehört abgeschafft“,
„die für den Fußgeher-Verkehr zu langen Rot-Zeiten gehörten verkürzt“,
„die Ampelumläufe sollten viel kürzer sein“.
Usw.
Warum nehmen sich die Grünen dieser Probelmatik nicht stärker an?

Das letzte Mal, wo das Problem der Abschaffung der „Grün-Blinkerei“ in die Öffentlichkeit kam, war unter dem damaligen Verkehrsstadtrat Schicker.
Nachdem die Kronenzeitung sofort dagegen kampagnisierte, wurde es still!
Wäre es nicht an der Zeit, einen neuen Vorstoß zu wagen?
(Und Verkehrspolitik nicht dem Boulevard überlassen…)