Das Leben noch schwerer machen…

1. April 2016

Als ob es nicht genüge, die langen Wege im Bereich der U-Bahnstationen. Für jene, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind, ein Ärgernis, für die Technokraten unter den Verkehrsplanern im Magistrat eine Selbstverständlichkeit, leider!?

Auch das noch: Jetzt führen die „Wiener Linien“ im Bereich ihrer Rolltreppen – manche davon stehen oft ziemlich lange still, im Rahmen von Servicearbeiten – eine Sturzhelmpflicht ein!

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Abb.: Wiener Linien, bearb.

Hier die Presseaussendung der Wiener Linien vom 1. April 2016:

Helmpflicht auf Wiener-Linien-Rolltreppen ab sofort in Kraft
Maßnahmenpaket mit Radarkontrollen und Nachschulung nach Mehrfachverstößen

Wien (OTS) – Um die Benutzung der Rolltreppen noch sicherer zu gestalten, haben die Wiener Linien ein Sicherheitspaket geschnürt, das ab sofort in Kraft tritt. Verpflichtend ist nun das Tragen eines Helmes. Auch gegen Temposünder auf der Rolltreppe gehen die Wiener Linien rigoros vor. Alle Regelverstöße werden in einem eigenen Punktesystem registriert. Wer mehrfach erwischt wird, muss zur Nachschulung. Die Wiener Linien reagieren damit auch auf zahlreiche investigative Medienberichte, die das rasende Tempo aufgedeckt haben, mit dem die Rolltreppen seit Jahrzehnten unterwegs sind.

Rund 1,5 Millionen Fahrgäste sind tagtäglich mit der U-Bahn unterwegs und der Großteil davon benützt auch die Rolltreppen, um schnell an die Oberfläche zu gelangen. Durch die Einführung der Helmpflicht auf den Rolltreppen wird die Öffi-Nutzung noch sicherer. Zudem werden nun punktuell Radarkontrollen durchgeführt. Wiener-Linien-MitarbeiterInnen werden mit mobilen Laserpistolen ausgerüstet stichprobenartig die Einhaltung des Tempolimits überwachen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die links überholenden Personen gelegt. Die höchstzulässige Geschwindigkeit liegt bei 2,7 km/h, die Rolltreppen selbst sind mit 2,34 km/h unterwegs.

Zur Erfassung der Regelverstöße wurde ein spezielles Punktesystem eingeführt. Wer ohne Helm auf einer Rolltreppe der Wiener Linien erwischt wird oder zu schnell auf der Rolltreppe unterwegs ist, muss mit der Eintragung von Punkten rechnen. Jeder Verstoß wird mit einem Punkt geahndet. Ab drei Punkten müssen die Rolltreppensünder zur Nachschulung beim Verkehrspsychologischen Dienst der Wiener Linien. In einem achtstündigen Workshop soll dann mit speziell ausgebildeten Rolltreppen-Verhaltensexperten die richtige Benutzung geübt werden.

Zusätzlich wird die Einführung einer Gurtpflicht überlegt. Diese kann aber frühestens mit 1. April 2017 in Kraft treten.

Rückfragehinweis:
Wiener Linien GmbH & Co KG
Kommunikation
(01) 7909-14203
presse@wienerlinien.at
www.wienerlinien.at

Anmerkung:
Auf die obige Aktivität aufmerksam gemacht wurde ich von einem engagierten Vertreter des Systems der Straßenbahnen an der Oberfläche, der demnächst mit einer Webseite „Ich bin doch kein Maulwurf“ (Arbeitstitel) an die Öffentlichkeit treten wird!

Bei Rot gehen…

8. März 2016

RotgeherH2.3.16
Aus „Heute“, 2. März 2016

Angeblich nimmt die Zahl derjenigen Menschen, die, als Fußgeher, bei Rot Fahrbahnen überqueren, zu…

Da ich auch fallweise zu den Rotgehern gehöre, gebe ich zu bedenken, entgegen der allgemeinen Keppelei, dass diese Personen nicht Selbstmordkandidaten wären.
Und möchte daran erinnern, dass selbst „Verkehrsfachleute“ gelegentlich das Rotlicht mißachten:
Ein renommierter „Verkehrsprofessor“: „… ich lasse mich nicht von Automaten beherrschen!“

Wer bei Rot über eine Kreuzung geht, vergewissert sich vorerst, ob nicht ein Auto daherkommt… wer das nicht tut, riskiert tatsächlich sein Leben, oder zumindest eine schwere Verletzung angesichts möglicher „Fußgeher-Wurfweiten“!

Es gibt aber, damit zusammenhängend, ein weit größeres Problem – die hohe Geschwindigkeit der Autos, die gefahren wird!!
Die Kritik dazu kommt nicht allein von „alternativen Autofressern“!
„Es wird viel zu schnell gefahren“, hört man…
„Das Grün-blinken (als den Autoverkehr beschleunigender Effekt) gehört abgeschafft“,
„die für den Fußgeher-Verkehr zu langen Rot-Zeiten gehörten verkürzt“,
„die Ampelumläufe sollten viel kürzer sein“.
Usw.
Warum nehmen sich die Grünen dieser Probelmatik nicht stärker an?

Das letzte Mal, wo das Problem der Abschaffung der „Grün-Blinkerei“ in die Öffentlichkeit kam, war unter dem damaligen Verkehrsstadtrat Schicker.
Nachdem die Kronenzeitung sofort dagegen kampagnisierte, wurde es still!
Wäre es nicht an der Zeit, einen neuen Vorstoß zu wagen?
(Und Verkehrspolitik nicht dem Boulevard überlassen…)

Pandabär, wo kommst du denn her?

3. März 2016
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Foto: Ferdinand Flaneur

Schmählich verlassen, vom Besitzer ausgesetzt im unwirtlichen, von Autos, Hundepisse, Papierln etc. geprägtem Straßenraum, von mürrischen WienerInnen im Vorbeigehen missachtet, saßest du etliche Zeit am Trottoir…

Nicht einmal beachtet vom gleich daneben liegenden „Arbeiter-Fischerverein“!

Wird Gehen lustiger werden?

16. Oktober 2015

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Quelle: BBC/ Mary Evans/ picturedesk.com

Vom 16. bis 18. Oktober gibt es in Wien zahlreiche Aktivitäten in Bezug auf die Fußgeherei…

Aus der Info der „Mobilitätsagentur“:
Urban Village am Rathausplatz
Die Stadt wird zum Dorf und der Wiener Rathausplatz für ein langes Wochenende zum Urban Village. Vom 16. – 18. Oktober 2015 wird am Rathausplatz das Jahr des Zu-Fuß-Gehens gefeiert. Erleben Sie das Zu-Fuß-Gehen in der Stadt auf vielfältige Art. Kunst und Design, kulinarische Schmankerl aus Österreich, FM4 Silent Disco, ein Riesenlabyrinth und die größte Wienkarte aller Zeiten bieten Interessantes für Augen, Ohren und Füße.“
Mehr:
http://www.wienzufuss.at/jahr-des-zu-fuss-gehens/urban-village/

Zur Ökonomie des Gehens ein Artikel im Standard von Klaus Taschwer:
http://derstandard.at/2000022113172/Wir-Ministerialbeamte-des-faulen-Gangs
(Mit teilweise lustigen Kommentaren).

Wartepflicht bei Gegenverkehr?

11. Oktober 2015

16.Koppstraße Kopie 2

Wien, Ottakring; 16., Koppstraße
(Foto: H. D.)

Den Luxus extra beleuchteter Gehsteige findet man nicht in jeder beliebigen Straße.
Aber, dass an etlichen Stellen die Leuchtensteher den Baulichkeiten so nahe kommen, dass für den Begegnungsfall von zwei Kinderwagerln zu wenig Platz überbleibt, ist doch etwas seltsam!?

Die in Wien vorgeschriebene Mindest-Gehsteigbreite von 2,00m sollte schon von Hindernissen freigehalten werden.

Dabei haben die Autos ungleich viel mehr Platz – die „Schrägparkerei“ ist in dieser Straße durch die Hauptbus-Linie 46A aber nicht unbedingt sinnvoll; erinnert sei an den Umstand, dass Ottakring ein parkraumbewirtschafteter Bezirk ist!

Immer wieder…

20. Juli 2015

DIGITAL CAMERA18., Währinger Straße (Foto H. D.)

 …kommt es zu Behinderungen von Straßenbahnen durch gedankenlos abgestellte Autos. Auch wenn dieser Klein-Lkw noch innerhalb der Markierung steht, der Platz für die Bim ist eher knapp; Radfahrer müssen im Gleistrog fahren.

Aus einer Presseaussendung der Wiener Linien“:
„Die Wiener Linien verzeichneten im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 980 Falschparker. Pro Tag kommt es somit bei Bim und Bus zu knapp fünf Fahrtbehinderungen, Kurzführungen oder Umleitungen wegen falsch abgestellter Fahrzeuge. Ein einziger Falschparker kann den Öffi-Verkehr auf einer kompletten Linie einschränken und damit tausende Fahrgäste am Weiterkommen hindern. Die Behebung der Störung kann bis zu 40 Minuten dauern. Häufig von Falschparkern betroffen sind die Linie 5 im Bereich Kaiserstraße und Blindengasse, sowie die Linien 40 und 41 entlang der Währinger Straße.“

Wenn man nun annimmt, an den Stellen, wo immer wieder Autofahrer ihre Fahrzeuge die Straßenbahn behindernd aufstellen, wäre es ein Leichtes, durch die Verordnung von Haltverboten dieses Problem in den Griff zu bekommen, gerät unweigerlich in den Konflikt mit den Bezirks-Kaiserreichen – was einmal lächerlich genug ist, wenn so den Falschparkern gleichsam der Vorzug gegenüber dem Vorankommen der Straßenbahn gegeben wird…

Es geht noch ärger: Im 18. Bezirk, in der Währinger Straße, wollte man seitens des Bezirkes, um mehr Platz zum Parken zu haben und letztlich die Behinderungen der Straßenbahn hintanzuhalten, die ohnedies schmalen Gehsteige angreifen, was bis jetzt aber nicht zu Stande gekommen ist.

In der gesamten Kaiserstraße, im seit Jahren „grün“ regierten 7. Bezirk, wurde schon vor mehr als 10 Jahren von ARGUS vorgeschlagen, die Straße „parkplatzfrei“ zu machen, da ein einziger Radfahrer – hier ist man, durch den geringen Abstand erstes Gleis zu den geparkten Autos, gezwungen im Gleistrog zu fahren – einen Straßenbahnzug der Linie 5 mit dutzenden Fahrgästen „ausbremst“.

Jenseits allen politischen Hickhacks scheint es einen parteiübergreifenden Konsens zu geben, nur ja keine Parkplätze in Frage zu stellen, vor allem, wenn es eine größere Menge an Autos betrifft – entsprechend dem von vielen Leuten vermuteten „geheimen Verkehrskonzept“.

Auch in der Gratiszeitung ein Thema:

FalschparkerBimHeute6.7.13
„Heute“, 6/7/2015

„Schiach schauen?“

6. Juni 2015

Beim Flanieren in der Josefstädter Straße aufgefallen, vor einem Geschäft: DIGITAL CAMERA
Foto: H. D.

Im Durchschnitt, heißt es, schauen die Wienerinnen und Wiener in den öffentlichen Verkehrsmitteln eher grantig in die Gegend… viele spielen sich konzentriert mit ihren „Mäuse-Kinos“, pardon „Smart-Phones“ („Smart-City“?), und vernehmen so gar nichts, was um sie herum vorgeht…
Anscheinend herrscht aber auch beim Zu-Fuß-Gehen ein gewisses Bedürfnis dies zu ändern, wie man sieht!

Einige Gedanken über das Flanieren…

28. Mai 2015

Der Flaneur… ist eigentlich eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Seit einiger Zeit erlebt der Begriff eine Wiederauferstehung in Zusammenhang mit der Zurückdrängung des Autos aus den innerstädtischen Bereichen…

Während sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Masse der Menschen in immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Bedingungen befand – in Wien waren das etwa die „Ziagl-Bem“ im 10. Wiener Gemeindebezirk – war es anderen möglich, sich dem neuen Zeitvertreib des Flanieren hin zugeben…

„Der Flaneur des 19. Jahrhunderts, der sich in seiner langsamen Gangart dandyhaftig durch die Straßen einem öffentlichen Publikum ausstellte“, heißt es auf Wikipedia.
„Der Flaneur (aus französisch flaner „umherstreifen, umherschlendern“) ist ein Mensch, der im Spazierengehen schaut, genießt und planlos umherschweift – er flaniert.“
Ein weibliches Pendant ist nicht bekannt, wie „Flaneurin“ oder gar Flaneuse?

flaneur
http://oubliettemagazine.com

Höchste Zeit also, dass sich die oft als „links“ verschrieenen Grünen diesen Begriff der bürgerlichen Welt aneignen und ihn in einem gewissem verkehrs- und städtebaulichen Zusammenhang verwenden: Die „Flanierzone“ wurde geboren…
Soll nun neben der „Fußgeherzone“, der „Begegnungszone“ der „Kurzparkzone“, die „Flanierzone“ auch in die StVO – ich glaube, soweit wird es nicht kommen?

Noch was zur Kleiderfrage:
Frack und Zylinder mögen ein typisches Kennzeichen des früheren städtischen Flaneurs gewesen sein, finden sich aber auch in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts etwa in diesem Video:

Worried Men Skiffle Group – Glaubst i bin bled (1970)

„Mai-Strich“

17. Mai 2015

Im Weinviertel ist das so etwas wie ein Volksbrauch, z. B. dem Maibaum-Aufstellen ähnlich, verschwindet immer mehr, weil schmählose Bürokraten den (AUTO)-Verkehr verunsichert und irritiert sehen…
Hier ein Beispiel, das wohl dem Opa nach dem Wirtshausbesuch ein sicheres Queren der Fahrbahn ermöglichen sollte…

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Oder war es ein wirklicher Wunsch dort einen Zebrastreifen anzubringen?

Vom Gehen auf der Fahrbahn

13. April 2015

Die neueste Kampagne des Verkehrsressorts der Stadt Wien mit dem KfV:

„Die Stadt Wien und das Kuratorium für Verkehrssicherheit starten in diesen Tagen eine breit angelegte Kampagne zum Thema Verkehrssicherheit. Unter dem Motto „Deppert, wenn´s scheppert“ macht die Kampagne auf Haupt-Unfallursachen aufmerksam, die zu einem beträchtlichen Anteil einfach zu vermeiden wären. Ziel der Kampagne ist, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass bereits kleine Fehler oder Unachtsamkeiten im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben können“, heißt es da…

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Foto: H. G.

Wenn es nun – in Bezug auf dieses Foto – in der Seestadt in Wien 22., Maria Tusch-Straße „tuscht“ oder „scheppert“, weil Fußgeher auf der Fahrbahn unterwegs sind, so erklärt sich mir erst der tiefere Sinn dieser Kampagne: Auch die Stadt möge „kleine Fehler oder Unachtsamkeit“ vermeiden helfen…

Aber vielleicht ist alles ganz anders, und man strebt mit dieser Gestaltung eine andere Form der „Begegnungszone“ an!?
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Retour, retour…

Ein chronischer „Wien-Verbesserer“, von dem obiges Foto stammt, beobachtet zwei Tage danach ein verspätetes „Oster-Wunder“:

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Foto: H. G.

Es wurde der dort rechts neben den Autos fehlende Gehsteig (provisorisch) errichtet… Fußgeherinnen und Fußgeher brauchen also nicht mehr auf dem Radstreifen gehen!!!
„Lob und Dank“ den magistratischen Heinzelmännchen – und vor allem den Bauarbeitern…


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